Skip to content
Aktuelle News
Sneakerjagers Logo
Editorial

Warum Vans 2026 plötzlich wieder überall auftaucht

Profile picture of Maren TinnefeldVon Maren2. November 2026 14:39
Warum Vans 2026 plötzlich wieder überall auftaucht

Anaheim, Kalifornien, März 1966. Die Brüder Paul und Jim Van Doren eröffnen zusammen mit Gordon Lee und Serge D'Elia die Van Doren Rubber Company. Sie fertigen ihre Schuhe selbst und verkaufen sie direkt im Laden an die Kundschaft. Am ersten Tag bestellen zwölf Leute ein Paar.

Was folgt, ist ein Stück Sneakergeschichte. Skater aus Südkalifornien schätzen die griffige Waffelsohle. 1976 entsteht der Era, gemeinsam mit Tony Alva und Stacy Peralta. Ein Jahr später folgt der Style 36 mit dem Sidestripe, der spätere Old Skool. Anfang der Achtziger macht der Film Fast Times at Ridgemont High den karierten Slip-On weltberühmt.

Eine Reihe Vans Authentic mit Checkerboard-Print aus der Jubiläumskollektion
Foto: Vans

Sechzig Jahre nach der Eröffnung ist Vans 2026 wieder ein Gesprächsthema. Nicht wegen eines viralen Moments, sondern weil sich eine Marke geduldig neu aufgebaut hat. Wer verstehen will, warum Vans 2026 wieder auf der Straße, im Skatepark und auf dem Laufsteg auftaucht, schaut auf das, was sich in den letzten Jahren verändert hat.

Sechzig Jahre Off The Wall

Das Jubiläum selbst feierte Vans im März mit der Kampagne Off The Wall. Im Mittelpunkt steht der Authentic, das Modell, das 1966 als Style 44 begann: ein schlichter Deckschuh mit auffallend dicker Sohle.

Kampagnenbild aus der Vans Off The Wall-Kampagne zu 60 Jahren Authentic
Foto: Vans / Rosie Marks

Fotografin Rosie Marks hielt eine Runde fest, die zeigt, wie breit die Marke heute aufgestellt ist. SZA steht neben Blink-182-Drummer Travis Barker, Paramore-Sängerin Hayley Williams und Turnstile-Bassist Franz Lyons. Die Skater Lizzie Armanto und T-Funk halten die Verbindung zum Board.

Kampagnenbild aus der Vans Off The Wall-Kampagne mit Checkerboard Authentic
Foto: Vans / Rosie Marks

Die Kollektion erschien in Wellen, ab dem 12. März und mit einer zweiten Reihe im April. Checkerboard in allen Varianten, Blumen, Meerestiere und Colour-Blocking: der Authentic als Leinwand für sechzig Jahre Bildsprache.

Detail eines Vans Authentic mit gewebtem Checkerboard
Foto: Vans

Vom Tief zum Neustart

Das Jubiläum fällt in einen besonderen Moment. Um 2016 wirkte Vans unantastbar. Fear of God brachte die Marke ins Luxussegment, und Frank Ocean erschien in karierten Vans bei einem Staatsdinner im Weißen Haus.

Danach verschob sich die Aufmerksamkeit. Chunky Dad-Sneaker, Runner und eine Flut an Collabs anderer Marken drängten das Checkerboard in den Hintergrund.

Die Wende begann intern. Sun Choe, zuvor Chief Product Officer bei Lululemon, wurde Global Brand President und schlug einen neuen Kurs ein. Laut britischen Fachmedien schloss Vans in dieser Zeit mehr als 140 Stores.

Weniger Rauschen, klarere Entscheidungen. Die Marke besann sich auf das, was sie immer ausgemacht hat: Skateboarding, eigenwillige Kultur und Schuhe, die man nicht erklären muss.

Die Zahlen ziehen mit

Dass dieser Ansatz funktioniert, ist inzwischen auch außerhalb der Sneakerwelt aufgefallen. Am 13. Oktober 2026 stufte die Investmentbank Piper Sandler den Mutterkonzern VF Corporation auf „Overweight“ hoch. Der Grund: Vans.

In der Herbstumfrage unter rund 9.000 US-Teenagern landete Vans bei Jungen auf Platz sieben der beliebtesten Schuhmarken, zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder so weit oben. Die Besucherzahlen in den Vans-Stores lagen laut den Analysten auf dem höchsten Stand seit Februar 2023.

Stimmungsbild von Vans mit weiter Jeans und roten Sneakern
Foto: Vans

Spannend ist, wer jetzt einsteigt. Die Generation Alpha hat die letzte Vans-Welle nicht miterlebt und lernt Old Skool und Slip-On als neue Schuhe kennen.

Gleichzeitig kehren ältere Fans zurück, müde von Limited Drops und Resell-Preisen. Sie greifen lieber zu einem Paar, das einfach im Laden steht. Auch die Popkultur hilft: In Stranger Things trug Sadie Sink als Max Vans, wodurch eine neue Generation die Marke auf dem Bildschirm sah.

Zurück zu den Skate-Wurzeln

Das Herz der Erneuerung liegt im Skateboarding. Vans feiert in diesem Jahr auch 50 Jahre Skate und holte dafür den Era von 1976 zurück. Seit Februar ist der Skate Era wieder Teil der Skate-Linie.

Kampagnenbild zum Vans Skate Era
Foto: Vans

Am 17. März folgte weltweit der Skate Era WaffleCup, mit der laut Vans bislang fortschrittlichsten Skate-Außensohle der Marke: der Halt einer Cupsole, kombiniert mit dem Boardfeel und der Flexibilität einer vulkanisierten Sohle.

Skater in der Luft in der Skate Era WaffleCup-Kampagne
Foto: Vans

Auch Old Skool und Half Cab bekamen eine WaffleCup-Version. Damit sendet Vans ein klares Signal: Der Lifestyle-Hype darf wachsen, aber der Skater bleibt der Maßstab.

Die Sohle des Vans Skate Era WaffleCup
Foto: Vans

Genau im Trend

Das Timing hilft. Das Sneakerjahr 2026 dreht sich um zwei Extreme. Auf der einen Seite schlanke, flache Silhouetten, die Linie, die auch Puma Speedcat und adidas Taekwondo groß gemacht hat. Vans bedient sie mit dem Super Lowpro.

Flacher, schlanker Vans-Sneaker unter weiter Denim
Foto: Vans

Auf der anderen Seite stehen überzeichnete Neunziger-Proportionen, in die der Knu Skool genau passt. Dazu kommen verzierte Sneaker, ballerinaartige Hybride und mehr Textur.

Nostalgie spielt überall mit: weite Denim, analoge Kameras und die Ästhetik des iPod Classic. Auch die Farbpalette zieht mit. Vans nennt Teal eine der Farben der Stunde.

Stimmungsbild von Vans zu den Modetrends 2026
Foto: Vans

Vans muss für diese Bewegung nichts erfinden. Das Archiv ist längst da. Die Kunst liegt im Finish, und genau dort zeigt sich Vans 2026 von seiner überraschendsten Seite.

Perlen auf einem getragenen Old Skool

Das deutlichste Beispiel ist das Pearlized Pack. Vans versieht den Old Skool 36 und den Classic Slip-On 98 mit Perlen und Kristallen, auf einem Obermaterial, das bewusst verwittert und jahrelang getragen wirkt.

Die Herbstreihe des Vans Old Skool 36 Pearlized nebeneinander
Foto: Vans

Nach den ersten Versionen im Frühjahr folgt jetzt eine Herbstreihe. In Europa kamen Yacht Club und ein Marshmallow-Restock am 10. September. Danach sind Lime Pop (12. November), Navy (19. November), Black/Marshmallow (27. November) und eine rote Version (10. Dezember) geplant.

Vans Old Skool 36 Pearlized am Fuß
Foto: Vans

Alle Termine und Farben findest du in unserem Artikel zum Old Skool 36 Pearlized.

Leopard für den Herbst

Daneben setzt Vans auf Animal Print. Im Frühjahr bekam der Authentic bereits ein Pony-Hair-Obermaterial mit Leopardenflecken.

Das neue Leopard Print Pack bringt den Old Skool als Tan Leopard (VN000D9JYS8) und als auffälligen Red & Purple Leopard (VN000D9JBML). Schwarzes Wildleder an Spitze und Ferse und ein schwarzer Jazz Stripe halten das Muster im Zaum.

Vans Old Skool 'Tan Leopard' aus dem Leopard Print Pack
Foto: Vans

Vans verlangt dafür 130 €. Ein festes europäisches Releasedatum ist noch nicht bestätigt.

Tweed und Karo

Für die kälteren Monate setzt Vans auf Stoff. Die Harris-Tweed-Kollektion, seit Ende September erhältlich, bringt die handgewebte Wolle von den schottischen Äußeren Hebriden auf drei Silhouetten.

Vans Harris-Tweed-Kollektion mit Old Skool und Slip-On
Foto: Vans

Dazu gehören der Premium Old Skool 36 (140 €), der Premium Classic Slip-On (120 €) und der Premium Loafer 53.

Vans Premium Loafer aus der Harris-Tweed-Kollektion
Foto: Vans

Zudem kündigte Vans für die Feiertage ein Plaid Pack mit karierten Uppers auf Old Skool, Authentic und Sk8-Hi an. Bei einigen Versionen läuft das Muster sogar über die Midsole. Europäische Preise und Termine für dieses Pack sind noch nicht bestätigt.

Zusammen zeigen diese Packs, wie Vans mit seinem Archiv umgeht: Die Form bleibt, das Material erzählt die neue Geschichte.

SZA am Steuer

SZA in der Vansza-Kampagne in Kalifornien
Foto: Vans / India Sleem

Den größten Schritt macht Vans mit SZA. Die Sängerin ist seit letztem Jahr Artistic Director und präsentierte bei der New York Fashion Week ihre erste eigene Kollektion, Vansza.

Drop 1 erschien am 22. Oktober 2026 mit zwei überarbeiteten Klassikern. Der Knu Skool Mule (90 €) verzichtet auf die Ferse und wird zum Slip-in mit der vertrauten, überzeichneten Front.

Vansza Knu Skool Mule in einem Feld
Foto: Vans / India Sleem

Der Authentic Kickdown (100 €) hat zerschlissenes Canvas, Artwork von Künstler Sage Adams und eine einklappbare Ferse. Fotografin India Sleem fotografierte die Kampagne in der trockenen, goldenen Landschaft Kaliforniens, mit SZA selbst und Vans-Skater Zion Wright.

Vansza Authentic Kickdown mit Artwork von Sage Adams
Foto: Vans / India Sleem

Das Design geht auf eine persönliche Angewohnheit zurück. SZA tritt seit jeher auf die Fersen ihrer Schuhe, sehr zum Ärger ihrer Mutter, und machte daraus ein Designprinzip.

SZA liegend im Gras in der Vansza-Kampagne
Foto: Vans / India Sleem

Rund um die Schuhe gibt es Workwear mit Denim, Fleece sowie Fisch- und Insektenmotiven. Für Frühjahr 2027 ist Drop 2 geplant, mit einem Camo Knu Skool und einem Hiking-Schuh mit geteilter Tabi-Zehe. Alles zur Kollektion liest du in unserem Artikel zu Vansza Drop 1.

Ein breites Fundament

Unter diesen großen Namen läuft ein zweiter Motor: das Premiumlabel OTW by Vans. Dort arbeitete Vans unter anderem mit Gallery Dept, Designer Satoshi Nakamoto und, überraschender, dem Animationsfilm KPop Demon Hunters. Auch Bands wie American Football und Babymetal bekamen eine eigene Capsule.

Diese Bandbreite ist klug. Vans spricht gleichzeitig Skater, Modefans und Teenager an, ohne eine Zielgruppe zu verlieren.

Ob dieses Tempo anhält, lässt sich nicht vorhersagen. Fest steht: Vans hat seine Identität wiedergefunden.

Die Skate-Wurzeln sind wieder sichtbar, die Details reicher, und mit SZA steht eine kreative Stimme am Steuer, die über die nächste Saison hinausdenkt.

Neugierig auf die neuesten Modelle? Bei Vans findest du die aktuelle Kollektion, vom Old Skool bis Vansza. So siehst du selbst, wie breit Vans 2026 aufgestellt ist.

Mehr Geschichten wie diese findest du auf unserer News-Seite.

Die Erstellung all unserer Inhalte erfolgt nach unseren Editorial guidelines.

Tags