Camiel Fortgens betritt zum ersten Mal die Sneakerwelt – und das gleich mit einem auffälligen Partner: ASICS. Der Amsterdamer Designer hat den ASICS Gel-Cumulus 16 zu zwei völlig unterschiedlichen Silhouetten umgearbeitet, ganz ohne Schnürsenkel und voller handgemachter Details. Wer den ASICS Gel-Cumulus 16 nur als braven Alltags-Laufschuh kennt, erkennt ihn in Fortgens' Version kaum wieder.

Photos by Peter Numan
Der 1992 in Amsterdam geborene Designer schloss 2014 sein Studium an der Design Academy Eindhoven ab und gründete kurz danach sein eigenes, gleichnamiges Label – inzwischen etwas mehr als zehn Jahre her. Ohne klassische Modeausbildung entwickelte er eine ganz eigene Handschrift: Kleidungsstücke mit sichtbaren Nähten, kleinen „Fehlern" und einer bewusst unfertigen Optik, die die gängigen Regeln der Modebranche infrage stellen. Fortgens zeigt seine Kollektionen in kleinen Shows und Showrooms in Amsterdam und Paris, seine Stücke wurden unter anderem von A$AP Rocky und Pusha T getragen.
Dieser Ansatz ist in dieser Kollaboration sofort erkennbar. Statt den ASICS Gel-Cumulus 16 komplett umzukrempeln, hat Fortgens drumherum gearbeitet, erzählt er im Interview mit Highsnobiety. Das Ergebnis: zwei Ausführungen mit einer leicht kindlichen Optik, aufgebaut aus handgeschnittenen Lederüberlagen, überlappenden Paneelen und unregelmäßigen Nähten.
Selbst das ASICS-Logo bekam eine leicht verformte, eingedrückte Optik, als wäre es von Hand statt maschinell aufgebracht worden. Fortgens beschreibt den Entstehungsprozess selbst als eine Frage von Geduld und Wiederholung: Es sei viel DIY-Zeit in den Schuh geflossen, sagt er, „wir haben buchstäblich weggeschnitten und uns Stück für Stück zur Idee hin gearbeitet."

Photos by Peter Numan
Die erste Ausführung, in Weiß mit Grün, ersetzt die Schnürung komplett durch einen Klettverschluss mit drei Riemen, inspiriert von Kinderschuhen. Die zweite, in Braun, geht in Richtung Mary Jane: ein breiter Riemen schräg über dem Spann und eine offene Zunge, mit einer Mesh-Basis und Lederüberlagen in verschiedenen Brauntönen.
Beide Paare behalten die vertraute Laufschuh-Form des ASICS Gel-Cumulus 16, wirken durch die groben Lederarbeiten und die bewusst „unfertigen" Kanten aber richtig handgemacht. Fortgens sagt, es sei ihm nicht um ein komplett neues Design gegangen, sondern um einen Schuh, der sich anfühlt, als wäre er in seinem eigenen Atelier nachbearbeitet worden.

Photos by Peter Numan
Neugierig, wie die Schuhe in Bewegung wirken? ASICS teilte die Kollaboration auch als Video:
Zwei Releases, eine Geschichte
Die Kollaboration läuft unter „Crafts for Minds", einem Programm von ASICS SportStyle, bei dem ein Teil des Erlöses an die Amsterdamer FFort Foundation geht. Die Stiftung unterstützt junge Erwachsene bei ihrem mentalen Wohlbefinden durch Kunst und Storytelling – ein Thema, das gut zu Fortgens' handgemachtem Ansatz passt.
Es ist zudem seine allererste Sneaker-Kollaboration, nach Jahren einer wachsenden Beziehung zur Marke, und der Release fällt zufällig mit dem zehnjährigen Bestehen seines eigenen Labels zusammen.

Photos by Peter Numan
Die weiß-grüne Version erscheint zuerst, am 25. September 2026 bei Tillatec in Amsterdam. Die braune Ausführung folgt im Oktober 2026, erhältlich bei Dover Street Market in London und im Camiel-Fortgens-Flagshipstore in Amsterdam. Beide Paare kosten €250 und sind unisex erhältlich, auch über ASICS selbst.
Dass der Release auf eine Handvoll Adressen begrenzt bleibt, passt dazu, wie Fortgens seit Jahren arbeitet: kleinteilig, mit kurzen Wegen zu den Stores, die sein Label führen, statt eines breiten Rollouts über die großen Sneaker-Ketten.
Während es bei einem durchschnittlichen Performance-Sneaker um Präzision und Wiederholbarkeit geht, geht dieser ASICS Gel-Cumulus 16 den umgekehrten Weg: Jedes Paar ist ein kleines bisschen anders aufgebaut als das vorherige.

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